Spracherkennungssoftware

Mit Spracherkennungssoftware können Sie Ihrem Computer Briefe diktieren oder Applikationen wie das Starten eines Browsers befehlen. Seit Windows Vista ist eine automatische Spracherkennung schon im Betriebssystem inbegriffen.

Gestartet wird die Software, nach einer halbstündigen Trainingsphase damit Ihr Computer auf Ihre Sprechweise und Aussprache eingestellt wird, mit einem Befehl, wie "Hör zu". Ohne Maus und Tastatur lässt sich nun Ihr Computer steuern. Mit Kommandos können Sie einen Editor öffnen und diktieren. Kommas und Punkte müssen Sie allerdings aussprechen, da an einer automatischen Zeichensetzung noch gearbeitet wird. Zwar funktionieren die Eingabeparameter , brauchen tun Sie diese aber nicht, weil die Spracherkennung auf Befehl hin einen ganzen Satz markieren und löschen kann.  

Wörter, die Sie häufig und gerne benutzen, können im Wörterbuch ergänzt werden, damit auch diese diktiert und nicht mit der Tastatur verbessert werden müssen. Sehr Praktisch sind auch individuell gespeicherte Befehle, wie "Wetter in Hamburg" oder "Wie spät ist es", woraufhin Ihr Computer antwortet.

In den 60er Jahren wurde mit der Forschung von Spracherkennung begonnen. Während das Vokabular der ersten Software nur wenige Hundert Wörter gespeichert hatte, glänzen heute die Tools mit bis zu einer Million Wörter. Unterschieden wird bei Spracherkennungssoftware zwischen sprecherabhängigen und sprecherunabhängigen Modellen. Während die Erste eher für den Heimcomputer gedacht ist, findet die trainingsfreie, sprecherunabhängige Variante bei Systemen mit festem Wortschatz, wie zum Beispiel bei Fahrplanauskünften, Einsatz. 

Gute Programme besitzen 97-99% Erkennungsgenauigkeit. Mit Hilfe von Trigrammstatistiken, welche Auskunft über die Worthäufigkeit geben, und Wortkombinationen in bestimmten Zusammenhängen erreichen Spracherkennungssoftware ihre hohe Rate. Die letztere wird vor allem für Homophone, Wörter die gleich klingen aber nicht gleich geschrieben werden, wie mehr und Meer, gebraucht. Integrierte Grammatikmodelle helfen oft bei der Wahl des richtigen Wortes. Wissenschaftler arbeiten zur Zeit an die Verbindung von automatischer Spracherkennung mit Lippenlesen durch eine Videokamera. Die Kombinationen der beiden soll für eine 100% Genauigkeit sorgen. Fehlern entstehen derzeit meist bei Eigennamen. 

Wobei die Trefferquote und damit die Brauchbarkeit auch von der Häufigkeit der Wiederholung von Wörtern des Nutzers abhängig ist. Somit ist eine Spracherkennungssoftware für ein Rechtsanwalt oder Arzt viel interessanter als für einen Dichter. 

Benötigen tun Sie zusätzlich zur Spracherkennungssoftware ein Aufnahmegerät, wie ein Headset oder ein Mikrophon. Grundsätzlich gilt je besser und adäquater das Gerät, desto höher ist die Erkennungsquote. 

Für schnelles Tippen bzw. diktieren oder ein Star Wars ähnliches Gefühl ist Spracherkennung gut geeignet. Aber speziell für Behinderte, die Schwierigkeiten beim Betätigen der Tastatur haben, wird ein Hindernis im Lebensalltag beseitigt.